Rundgang

Rundgang zum Thema Wasser



Faszinierendes Wasser

Zurzeit ist im Universum nur ein Planet bekannt, auf dem Wasser vorkommt - unsere Erde. Dieses Wasser ist auch verantwortlich für den Beinamen "Der blaue Planet". Die Evolution zeigt, dass alles Leben aus dem Wasser entstanden ist. Was sind also die Eigenschaften, die das Wasser so faszinierend und für uns Lebewesen so bedeutend machen?

+ Die Dichteanomalie: Wasser besitzt bei 4°C die größte Dichte und dehnt sich beim Gefrieren aus, Dies ist eine für das Leben in Gewässern bedeutende Voraussetzung. So kann das Tiefenwasser der Seen nicht kälter sein als Wasser beim Dichtemaximum. Die Gewässer frieren zwar von der Oberfläche her zu, die schwimmende Eisdecke schützt aber die tieferen Partien vor dem Zufrieren. Pflanzen und Tieren wird das Überwintern im Wasser ermöglicht.

+ Der Auftrieb: Er ermöglicht uns das Schwimmen und Transportieren von schweren Lasten (z.B. Schiffen) auf dem Wasser.

+ Die Oberflächenspannung: Wussten Sie, dass eine Rasierklinge, vorsichtig auf die Wasseroberfläche gelegt, schwimmt? Ein Tier, welches diese Eigenschaft nützt, ist der Wasserläufer. Diese Wanzenart nützt die Wasseroberfläche als Lebensraum.

+ Die Kapillarität des Wassers: Sie bewirkt, dass Wasser entgegen der Schwerkraft im Erdreich aufsteigt - für die Wasserversorgung der Böden und Pflanzen ein lebenswichtiger Vorgang.

+ Die drei Erscheinungsformen: Im Gegensatz zu fast allen anderen Stoffen kommt Wasser fest, flüssig und gasförmig auch nebeneinander vor.

+ Die Dampfspannung: Verdampft 1 Kubikzentimeter Wasser, so dehnt sich sein Volumen auf 1234 Kubikzentimeter aus. Die Entdeckung dieser Eigenschaft bewirkte die Konstruktion der Dampfmaschine und leitete den Beginn der industriellen Revolution ein.




Mensch und Gurke

Wissen Sie, was Mensch und Gurke gemeinsam haben? Beide bestehen zu einem hohen Prozentsatz aus Wasser. Der Mensch zwischen 60 und 65%, die Gurke zu 95%.

Da Wasser Substanzen lösen und transportieren kann, ist es im Stoffwechsel jedes Organismus unentbehrlich. Um dem Kreislauf aufrecht zu halten, muss man täglich 2l Flüssigkeit zu sich nehmen. Die tägliche Ausscheidungsmenge liegt bei ca. 2,5l. Falls Sie sich nun wundern, weil diese Rechnung bei Ihnen nicht aufgeht - Wasser entsteht auch im Körper als Verbrennungsprodukt der Nahrung.

Wasser ist auch ein wesentlicher Bestandteil der Photosynthese. Aus Wasser und Kohlendioxid baut die grüne Pflanze mit Hilfe von Sonnenenergie Zucker, Stärke und Zellulose auf. 1m² grüne Blattfläche produziert stündlich 1g Zucker. Sehen Sie sich einmal von Ihrem Haltepunkt um. Die Vielzahl von Grünschattierungen ist keine Laune der Natur. Durch die in den grünen Pflanzenteilen stattfindende Photosynthese wird der gesamte, auf ständige Energiezufuhr angewiesene Prozess LEBEN aufrecht gehalten.

   
                   




Freizeitnutzung

Ob ruhiges Wasser, welches seine Umgebung spiegelt oder bewegtes, welches Kraft und Wildheit vermittelt, Wasser interessiert den Menschen, zieht ihn an. Darum fährt ein Großteil der Erholungssuchenden an Seen oder an die Meeresküste und sucht dort sowohl Entspannung als auch sportliche Betätigung.

So beliebte und populäre Freizeitbeschäftigungen wie Schwimmen, Fischen, Boot fahren oder Surfen sind an das Wasser gebunden. Aber auch im Winter bieten gefrorene Wasseroberflächen Platz für Aktivitäten wie Eislaufen, Eishockey und Eisstockschießen.

Die Kärntner Seen sind einer der Hauptanziehungspunkte des heimischen Fremdenverkehrs. Ihre hohe Wasserqualität und warmen Wassertemperaturen inmitten einer schönen landschaftlichen Umgebung und intakten Umwelt verleihen den Seen ansteigende Attraktivität. Um diese Erholungsfunktion langfristig gewährleisten zu können, müssen unsere Gewässer aber geschont und gepflegt werden. Konflikte zwischen Tourismus und Naturschutz sind bei planloser Übernutzung vorprogrammiert.


Das könnte ihr Beitrag sein:

Verzichten Sie auf Motorboot fahren!
Verschmutzen Sie Wasser und Ufer nicht!
Betreten und beunruhigen Sie keine Röhrichtzonen!



Wasser als Energielieferant

Die Drau ist Kärntens wichtigster Energielieferant hinsichtlich der Stromerzeugung. Seit dem Jahre 1942, als mit Schwabegg bei Lavamünd das erste Draukraftwerk in Betrieb ging, wurden zehn Kraftwerke in einer durchgehenden Kette von Lavamünd bis Paternion auf einer Streckenlänge von rund 150 km errichtet. Bei durchschnittlicher Wasserführung erzeugen die Laufkraftwerke jährlich rund 2,5 Milliarden Kilowattstunden Strom. Nimmt man die Stromerzeugung aus den ÖDK-Speicherkraftwerken Malta und Reißeck/Kreuzeck in Oberkärnten hinzu, so kann man davon ausgehen, dass allein über die Wasserkraft Kärntens Strombedarf gedeckt werden kann (etwa 3,8 Mrd. kWh)

Wollte man die gleiche Menge Strom in kalorischen Anlagen erzeugen, so wären dafür etwa 1,3 Millionen Steinkohle notwendig, bei deren Verbrennung 1,8 Mio. t SO2, 2 Mio. t NOx und 3,5 Mio. t CO2 freigesetzt werden. Somit ist die großtechnische Nutzung der Wasserkraftwerke vorerst die wirksamste friedliche Waffe gegen den Treibhauseffekt und damit gegen das drohende Ozonloch.


                                           




Der 145-Liter-Mensch

Während sich das Wasserangebot regional verringert (Trockenperioden, Dürren), wächst die Nachfrage nach dem kostbaren Nass. Wasser wird rar.

Derzeit werden weltweit 2/3 des genutzten Wassers zur Bewässerung landwirtschaftlicher Kulturen verwendet. Ein Großteil dieses Wassers, ca. 60%, versickert oder verdunstet, bevor es für die Pflanzenwurzel verfügbar ist. Durch ausreichende Mengen von Niederschlagswasser (=Regen) spielt in Österreich die Bewässerung nur eine geringe Rolle. Vor allem in den trockeneren nordöstlichen Regionen des Landes mit Wein-, Obst- und Gartenbau wird mit künstlicher Beregnung oder Tropfbewässerung gearbeitet.

Vom gesamten Leitungswasser verbrauchen private Haushalte 10%. Das sind im Durchschnitt pro Person und Tag 145 l. Im Vergleich dazu verbraucht ein Inder 25 l, ein US-Bürger 300 l. Nachfolgend einige Wasserverbrauchszahlen, die zum Nachdenken anregen sollen:

Vollbad: 110-220 l
Waschmaschine: 70-180 l
Autowäsche: 20-200 l
Geschirrspülmaschine: 15-45 l




Fischerei in Kärnten

(Auszüge aus "Die Fische Kärntens" von Honsig-Erlenburg, Schulz)

Ausgrabungen aus der jüngeren Zeit belegen, dass der Mensch schon früh Fischfang zur Ergänzung seiner Nahrung betrieb. Seine wichtigste Rolle als Nahrungsmittel spielte der Fisch bei uns im Mittelalter. Während der streng eingehaltenen 40-tägigen Fastenzeit war Fisch der einzige Eiweißlieferant. Besonders die Klöster und hier vor allem der Benediktinerorden betrieben intensiv Fischerei und Teichwirtschaft. Noch vor 50 Jahren gab es auch in Kärnten an allen Seen und größeren Flüssen Berufsfischer.

Heute werden in Kärnten jährlich ca. 50 t Karpfen und 500 t Forelle produziert. Das große Angebot an sauerstoffreichem, kühlem Wasser ermöglicht die Forellenzucht in Teichen. In erster Linie wird die seit 1891 in Kärnten eingebürgerte Regenbogenforelle als Speisefisch gezüchtet. Sie stellt geringere Ansprüche an die Wasserqualität und wächst schneller als die heimische Bachforelle.

Sport- und Freizeitfischerei gewinnen immer mehr an Attraktivität. Erholung und Naturerlebnis werden mit sportlichen Interessen kombiniert. Die Ausübung der Fischerei, besonders der Besatz, muss jedoch immer an die Ökologie des befischten Gewässers angepasst werden.

Insgesamt leben in Kärnten 51 Fischarten, wovon einige eingebürgert wurden (Amurkarpfen, Sonnenbarsch, Regebogenforelle). Wasserqualität, Temperatur und Struktur der Gewässersohle bilden Lebensräume, die nur von bestimmten Fischen bewohnt werden. Nach den Leitfischen erfolgt die Zonierung, nach welcher die Fließgewässer Österreichs eingeteilt werden. Die Draustaue werden nach den Fischregionen der Brachsenregion zugeteilt. Hier leben Aitel, Rogaue, Barsch, Brachse und Laube aber auch Raubfische wie Hecht, Zander, Wels. Der Motschulabach zählt zur Forellenregion.


                 




Tiere der Bachau

Dem aufmerksamen und vor allem leisen Besucher wird die Vielzahl von Tieren auffallen, welche die Bachau als Lebensraum nützen.

Verschiedenste Insekten besiedeln den Bach, den Boden, die krautigen und die verholzten Pflanzen. Zu den wegen ihrer Größe und Farbenpracht auffallendsten gehören Libellen und Schmetterlinge. Die eher unscheinbaren Stein- und Eintagsfliegen verlassen, wie auch die Libelle, erst am Ende ihrer Entwicklung das Wasser. Wer größere Bachkiesel umdreht, wird darunter zum Beispiel einen Bachfloh finden oder die kunstvollen Köcher der Köcherfliegenlarve. Alle diese Tiere sind Bestandteil der Nahrungskette und werden von größeren Tieren gefressen.

Das Leben der Amphibien oder Lurche (Salamander, Molche, Frösche) ist eng mit dem Wasser verbunden, da sie zur Entwicklung offene Wasserflächen benötigen. Aus den ins Wasser abgelaichten Eiern schlüpfen Larven mit Kiemen. Diese werden mit der Zeit rück- und eine Lunge ausgebildet, wodurch die erwachsenen Tiere in der Lage sind, ihr weiteres Leben auf dem Land zu verbringen. Die erwachsenen Tiere ernähren sich von Schnecken, Würmern und Insekten. Eine in der Bachau lebende Amphibienart ist der Feuersalamander. Er bringt als einzige Amphibienart lebende Junge zur Welt. Ihn zu sehen erfordert ein wenig Glück, da er sein Versteck nur bei hoher Luftfeuchtigkeit, in den Morgenstunden oder bei Regenwetter verlässt.

Zwei Drittel der in Mitteleuropa lebenden Singvögel sind durch ihre Lebensweise an den Wald gebunden. Jede Art nützt eine spezielle "Ökologische Nische". So leben Arten am Boden (Zaunkönig, Rotkehlchen), im Gebüsch (Amsel), frei im Baum (Eichelhäher, Buchfink) oder in Höhlen und Nischen (Buntspecht, Blaumeise). Durch den Reichtum an Kleintieren und Früchten gibt es ein reichliches Nahrungsangebot. Außerdem bietet der Wald mit seinem strukturierten Unterwuchs sowie Alt- und Totholz vielfältige Brutmöglichkeiten.




Pflanzen der Bachau

Regelmäßige Überschwemmungen mit Nährstoffeintragung und periodische Veränderungen des Bachlaufes bei Hochwasser lassen eine Bachau zu einem dynamischen Lebensraum werden.

Das Bachdelta entstand durch Materialablagerungen von Sand und Schotter, welche durch die Schleppkraft des Motschulabaches bis zu seiner Mündung in den Stausee transportiert werden. Bei jedem Hochwasser wird wieder neues Material in den Stausee hinein abgelagert. Die horstig und rasig wachsenden Seggen zeigen Bingelkraut, Iris, Mädesüß, Glanzschwaden und viele andere mehr. Auch die dichte Bestände bildende Pestwurz tritt im Uferbereich auf.

Nur wenige Bäume können auf Dauer einem ständig oder zeitweise durchnässten Boden wachsen. Die hier auftretenden typischen Arten  sind Weiden und Erlen. Sie werden wegen ihrer Fähigkeit, auf extrem trockenen aber auch sehr feuchten Böden zu wachsen als Pioniergehölze bezeichnet. Auwälder werden meist zur bäuerlichen Brennholzgewinnung genutzt. Auch in dieser Bachau lässt sich anhand der Vielstämmigkeit der Bäume eine ehemalige Nutzung ablesen.

Ihren besonderen Reiz erhält diese heute nutzungsfreie Bachau durch ihr "urwaldähnliches" Aussehen. Abgestorbene Stümpfe, liegende Stämme, von den Bäumen hängenden Lianen (Waldrebe und Hopfen) sowie eine oft über einen Meter hohe Krautschicht vermitteln eine Üppigkeit und Unberührtheit, wie sie für den fichtenfirstgewohnten Schwammerlsucher ungewohnt ist.  Die außergewöhnlich hohe Luftfeuchtigkeit und hohe Temperaturen schaffen zudem ein Kleinklima, welches das Wachstum von verschiedenen Moosen und Flechten auf den Baumstämmen fördert.


              




Die Dynamik des Motschula-Baches

Der Motschulabach entspringt in den östlichen Ausläufern der Karawanken. Er ist ein charakteristischer Bergbach, dessen Wassertemperatur auch im Sommer kaum über 9°C ansteigt. Die Bachsohle setzt sich aus feinem bis grobem Kies zusammen. Dazwischen findet man vereinzelt größere Felsblöcke. Reißende und flache Stellen, kleine Wasserfälle und tiefe Kolke wechseln einander ab und bilden unterschiedlichste Lebensräume.

Die hier lebende niedere Tierwelt (Kleinkrebse, Insekten, Würmer und Schnecken) hat sich an die starke Strömung angepasst. Abgeflachte Köper, Schutzgehäuse oder Saugnäpfe ermöglichen ein Leben unter diesen Bedingungen. Außer Moosen und Algen ist kein Pflanzenwuchs im Wasser vorhanden.

Der Wasserstand unterliegt starken Schwankungen. Während der Bach in heißen, niederschlagsarmen Jahren im Extremfall austrocknet (April 1993), kann er zur Schneeschmelze oder nach Gewitterregen Hochwasser führen. Die dann freiwerdenden Kräfte lagern neues Material wie Sand, Geröll und Holz ab, reißen Uferböden weg, erhöhen oder vertiefen die Sohle und verändern oft völlig den Bachlauf. Diese Bachdynamik ist ein natürlicher Vorgang und bietet durch die Schaffung immer neuer Verhältnisse eine Vielzahl von spezialisierten Pflanzen und Tieren einen Lebensraum.

 

 

 

Wasserhaushalt des Waldes

 

Wenn Sie in den Waldboden fassen, werden Sie feststellen, dass er feucht ist, auch wenn es vorher nicht geregnet hat. Wälder sind Wasserspeicher und wirken ausgleichend auf den Wasserhaushalt ihrer Umgebung. Dabei haben die einzelnen Baumarten recht unterschiedlichen Wasserbedarf und je nach Waldtyp ist das Regenrückhaltevermögen und damit die ausgleichende Wirkung differierend.

 

Der Wasserhaushalt des Waldes Unterscheidet sich wesentlich von dem des Freilandes. Das Kronedach, die tiefe Durchwurzelung und die Speicherfähigkeit des Bodens sind bestimmende Faktoren. Der Anteil des Wassers, welches durch das Kronendach direkt auf den Waldboden fällt (=Kronendurchlass), beträgt bei Laubbäumen ca. 65-70%, bei Nadelbäumen zwischen 15-20% bei Schwachregen, bis zu 80% bei Starkregen. Zwischen 10 und 40% des Niederschlages werden von Blättern, Nadeln und Ästen zurückgehalten.

 

Der Wasserbedarf von Bäumen ist sehr unterschiedlich. Eine Esche benötigt pro 100g Blatt-Trockenmasse und im Vegetationsjahr ca. 85 lt., eine Fichte nur 20 lt.

 

Unsere Wälder sind charakteristisch in Höhenstockwerke aufgeteilt. In diesem Wald findet man in der bestandesbildenden Baumschicht Fichten und Föhren, vereinzelt Buchen. Die Strauchschicht wird kaum höher als 5m. Das unterste Stockwerk eines Waldes bildet die Krautschicht. In ihr gedeihen die bis zu einen Meter hohen Kräuter des Walbodens wie Haselwurz, Sauerklee, Lungenkraut oder Geißblatt.

 

 

 

 

 

 

 

Die Schilfinseln

 

Die dem Uferbereich vorgelagerten Inseln sind Resultate der Wassernutzung durch den Mensch. Wissenschaftlich werden solche vom Menschen initiierte Standorte als Sekundärbiotope bezeichnet.

 

Der ursprünglich hier langsam fließende Draufluss wurde zur Energiegewinnung gestaut, es entstand ein stehendes Gewässer. Die dadurch geänderten Umweltbedingungen bewirkten auch eine Veränderung der Ufervegetation. Durch die Ablagerung von Feinsedimenten kam es zur Bildung von Anlandungsflächen, welche nun bereits mit Schilfröhricht bewachsen sind. Schilfinseln sind typische Verlandungszeiger, wie man sie an den meisten natürlichen Seen findet. Schilf wird als die „kampfkräftigste“ Art unter den mitteleuropäischen Wasserpflanzen bezeichnet. Mit seinen Ausläufern besiedelt es sowohl die trockenen Uferbereiche als auch den Gewässerschlamm bis 3 m Tiefe. Durch seinen hohen Deckungsgrad gelangt nur mehr 1% Licht an den Boden, andere Pflanzen kommen dadurch kaum auf.

 

Der ökologische Wert von schilfbewachsenen Uferregionen ist hoch. Die dadurch entstehenden Flachwasserbereiche mit ihren Pflanzen bilden viele Fischarten wertvolle Ruhe-, Nahrungs- und Laichzonen. Auch für Wasservögel stellen sie einen attraktiven Lebensraum dar. Das hohe Schilf bildet ein geeignetes Versteck für die Brut und bietet zusätzlich ein reichliches Nahrungsangebot. So werden die Schilfinseln z.B. von Graureihern besucht, welche drauaufwärts (Schwabegg) eine der größten Brutkolonien Österreichs bilden.

 

 

 

 

Der Stausee

 

Zur Nutzung des fließenden Energiepotentiales wird der Fluss aufgestaut. Dies geschieht bei der Kraftstation, wie die Turbine für die Erzeugung der elektrischen Energie installiert ist.

 

Im konkreten Fall für das Kraftwerk Lavamünd wurde die Drau im Jahre 1944 um 12 m aufgestaut. Dabei konnten die topografischen Gegebenheiten des Flussabschnittes in beispielhafter Weise genutzt werden. Da sich die Drau im Laufe vieler Jahrtausende bei ihrem Weg durch das Jauntal tief in die Schotterterrassen eingeschnitten hat, waren keine Zusatzbauwerke wie Dämme und ähnliches zu errichten.

 

Dadurch konnte sich während der nunmehrigen Betriebszeit des Kraftwerkes der Stauraum zu einem beispielhaften Lebensraum entwickeln.

 

Bei Durchgang von Hochwässern lagert sich aus dem Oberlauf des Flusses antransportiertes Geschiebe- und Schwebstoffmaterial in den schwach durchflossenen Bereichen, wie z.B. den Innenbögen ab. Das heißt, dass sich der Fluss seine eigene Landschaft mit Flachwasserbereichen, Anladungsbereichen und kleineren Inseln bildet. Einmündende Seitenbäche bringen ebenfalls Geschiebe, das sich an der Mündung ablagert.

 

Im Laufe der Jahre bildet sich so das spezifische Ökosystem Stausee mit seiner typischen Artenvielfalt bei Wasserpflanzen, Ufervegetation, Fischen, Vögeln und anderen Wirbeltieren. Die Pflanzengesellschaften am Staubeginn sind anders zoniert als jene im Bereich vor dem Kraftwerk.

 

Bedingt durch die geschützte Lage dieses Stauraumes, der sich fernab von menschlichem Nutzungsdruck entwickeln konnte, kann man heute davon ausgehen, dass ca. 70 Vogelarten, rund 25 Fischarten, zahlreiche Insekten- und mindestens 150 Pflanzenarten das Ökosystem in und um den Stausee bewohnen.

 

 

 

 

Wasser als Wettermacher

 

Bei Regen tritt Wasser in sehr eindeutiger Weise als Verantwortlicher für das Wetter auf. Tatsächlich ist es aber sogar der Motor der gesamten Großwetterlage.

 

Als Wetter bezeichnet man den momentanen Zustand der Atmosphäre. Sie umhüllt die Erde und reicht einige hunderte Kilometer in den Weltraum. Die eigentliche Wetterküche befindet sich in den ersten 15 km, der sogenannten Troposphäre. Hier befindet sich fast der gesamte Wasserdampf der Atmosphäre und nur bis zu dieser Höhe gibt es Wolken.

 

Luftdruck, Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind die Zutaten, die Sonne der Herd, auf dem das Wetter gemacht wird. Globale Strömungen zwischen den Polen und dem Äuquator bedingen den ständigen, großräumigen Luftmassenaustausch. Die Kondensationsprodukte des Wasserdampfes sind Regen, Schnee, Hagel oder Nebel.

 

Wie entsteht Tau bzw. Reif?

Die tagsüber erwärmte, feuchte Luft kühlt abends und während der Nacht ab. Wird der Taupunkt erreicht, setzt Kondensation ein – es bildet sich Tau. Wird es noch kälter gibt es Reif.

 

Wie entsteht Regen bzw. Schnee?

In einer Wolke existieren Eiskristalle und Tröpfchen. Durch unterschiedliche elektronische Ladung angezogen, bilden sich größere Eisteilchen. Diese werden allmählich immer größer und schwerer und beginnen zu sinken. Dabei erwärmen sich die Eisteilchen und schmelzen – ein Regentropfen fällt aus der Wolke. Bei Minustemperaturen bleibt keine Zeit zum Auftauen und es entsteht eine Schneeflocke.

 

 

 

 

Heilendes Wasser

 

Schon seit frühesten Zeiten schätzt man den Luxus von Thermalbädern. Während die „Barbaren“ des Nordens vom Waschen noch nicht viel hielten, blühte bei den Römern und Griechen bereits eine Badekultur. Erst im Mittelalter entstanden in Europa Badehäuser, in denen man sich in erster Linie amüsierte und nur nebenbei auch sauber wurde.

 

Wasser wird bis heute in vielfältiger Weise als Heilmittel verwendet, wobei seine mechanischen, thermischen und chemischen Eigenschaften genützt werden. Unterwasser-Bewegungstherapie, Trinkkuren oder Bäder, um nur einige Anwendungen zu nennen, werden für bzw., gegen fast alles verwendet.

 

Die „Wasser-Kur“ des Pfarrers KNEIPP ist bis heute aktuell und steigt immer mehr an Popularität. Kneipp wurde 1821 in Stephansried geboren und beschäftigte sich seiner labilen Gesundheit wegen schon früh mit Wasserbehandlungen. Das Grundprinzip des Kneippen beruht auf Abhärtung und Gesundheitsvorsorge in allen Lebensbereichen. Die Kneipplehre setzt sich aus fünf Säulen zusammen:

               * Wasseranwendungen        * Heilpflanzenkunde           * Ernährung

               * Bewegung                           * Lebensordnung

 

Sie werden nun eingeladen, nach der KNEIPP-Methode auch etwas für IHRE Gesundheit zu tun. Wassertreten bachaufwärts erfrischt an heißen Sommertagen und tut Ihrem Körper gut. An kühlen Tagen sollte man die Wiedererwärmung durch entsprechende Bekleidung fördern und nicht bei windigem Wetter mit nackten, nassen Füßen herumlaufen. Entlang des Baches findet der aufmerksame Besucher einige der Heilpflanzen, die Pfarrer KNEIPP in seiner Therapie verwendet. Ein Tipp für Kurzatmige nach KNEIPP-TSCHEBULL: Beim Treppensteigen während 3. Stufe langsam ausatmen, bei der 4. Stufe einatmen. Diese Technik erleichtert auch das Begehen steilen Geländes. Probieren Sie es aus!

Übrigens: man kann die nächste Station auch trockenen Fußes erreichen.

 

 

 

 

Lebensraum Wassertropfen

 

In jeder Wasseransammlung, sogar in wassergefüllten Reifenspuren oder Regenpfützen leben Organismen, die mit freiem, „unbewaffnetem“ Auge nicht zu sehen sind. Diese Lebensgemeinschaft von Bakterien, Algen und Kleintieren sind Fressgesellschaften, in denen einer der anderen Beute ist, in denen aber auch jeder vom anderen abhängt. Bakterien zerlegen die organischen Reste und stellen so den Algen die notwendigen Nährstoffe zur Verfügung. Bakterien und Algen werden von Kleintieren gefressen. Tote Kleintiere werden wieder von Bakterien zersetzt – der Kreislauf schließt sich.

 

Dieses Wissen soll dem Durstigen aber den Schluck Wasser nicht vergällen. Nur reines Quellwasser ist von Natur aus fast frei von Organismen. Unser Trinkwasser darf keine Organismen enthalten und wird darum im Wasserwerk filtriert und oft chemisch gereinigt.

 

Ein kleiner Tipp, wenn man mit Hilfe des Mikroskops einen Eindruck der Vielfalt verschiedenster Kleinlebewesen bekommen will: eine ergiebige Probe erhält man aus den Resten abgestorbener Pflanzenteile, dem Belag von Wasserpflanzen oder dem Mulm von der Oberfläche des Grundes.

 

Für den Laien ist die Freude an der Formenvielfalt und Lebensweise von Kleinorganismen ein Grund, sich mit der „Wassertropfen-Mikroskopie“ auseinanderzusetzen. Nach dieser Methode ist es aber auch möglich, die Wassergüte von Gewässern festzustellen. Bestimmte Organismen sind zu eng an spezielle Umweltverhältnisse gebunden. Dadurch können sie als „Zeigerorganismen“ für eine gewisse Wasserqualität verwendet werden. Durch das Vorkommen einiger typischer Leitarten erfolgt dann die Einteilung des Gewässers in das vierstufige Saprobiensystem.

 

 

 

 

Grundwasser

 

Wenn es Niederschläge gibt, verdunstet ein Drittel des Wassers, ein Drittel gelangt in Oberflächengewässer und ein Drittel dient der Grundwasserneubildung.

 

Unterhalb einer gewissen Tiefe sind alle Hohlräume des Gesteins mit Wasser gefüllt. Dazu wird ein Grundwasserträger (zumeist Schotter) und ein darunter liegender Grundwasserstauer (wasserundurchlässiges Gestein oder Lehm) benötigt. Das Grundwasser fließt als unterirdischer  Grundwasserstrom zu tiefer gelegenen Gebieten.

 

In Kärnten gibt es zwei großräumige Grundwassergebiete. Einerseits die großen Täler, in denen der Grundwasserstrom talabwärts fließt, und andererseits Teile des Kärntner Beckens. Die Talwasserkörper stellen die bedeutendsten Wasserspeicher dar. Da sich hier aber auch die Hauptlebensräume befinden, kommt es zu Nutzungskonflikten mit dem Menschen durch Abfallbeseitigung, Siedlungsraum, Verkehr oder Landwirtschaft. Diese gefährden die Qualität unserer Wasserreserven. Schutzmaßnahmen für das Grundwasser und seine Einzugsgebiete beinhalten die

 

-         Fernhaltung gesundheitsgefährdender Stoffe und Organismen

-         Verbesserte Abstimmung der verschiedenen Nutzungsansprüche untereinander

-         Korrektur eingetretener Fehlentwicklungen.

 

Der Lebensraum Grundwasser ist charakterisiert durch Dunkelheit, niedrige Temperatur bei geringen Schwankungen und Nahrungsarmut. Nur einige Tierarten leben unter solchen extremen Bedingungen. Es sind dies spezialisierte Kleinkrebse und Schnecken.

 

 

 

 

Quellen

 

Wo sich Erdoberfläche und Grundwasserspiegel schneiden, tritt Grundwasser als Quelle zutage. Innterhalb einer Quelle sind die Milieubedingungen konstant. Gleichbleibender Gewässerchemismus und ganzjährig niedere Temperaturen (2°C) sind charakteristisch.

 

Eine Besonderheit sind Mineral- und Thermalquellen. Thermalquellen kommen aus großer Tiefe und erhalten durch das Durchströmen der vom Erdinneren erwärmten Gesteinsmassen eine erhöhte Temperatur von min. 20°C. In Kärnten gibt es vier bedeutende Thermen: Warmbad Villach (22,6-28,8°C), Bleiburg (27°C), Bad Kleinkirchheim (36°C) und Bad Weißenbach (27°C). Von Mineralquellen spricht man, wenn sie mehr als 1 Gramm Feststoffe pro Liter gelöst haben. Die Schwefelquellen und Säuglinge („Preblauer“) des Lavanttales sind österreichweit bekannt.

 

Als Lebensraum unterscheidet man drei Quelltypen.

+ Beckenartige Tümpelquellen werden von unten her mit Wasser gefüllt. Sie haben einen schlammigen oder sandigen Grund und sind bei Belichtigung pflanzenreich.

+ Fließquellen mit sturzartigem Wasseraustritt. Sie sind am Grund grobsandig oder steinig und daher pflanzenarm.

+ Sumpfquellen herrschen in der Ebene vor. Sie sind meist völlig mit Vegetation bewachsen, wobei man zwischen krautiger oder Moorquellflur unterscheidet.

 

Bei den tierischen Bewohnern des Lebensraumes Quelle dominieren Detritusfresser. Das sind von tierischen und pflanzlichen Zerfallsprodukten lebende Arten wie Schnecken, Asseln und Insektenlarven.

 

Gründe für eine Gefährdung bzw. das Verschwinden von Quellen sind:

  • Absenkungen des Grundwasserspiegels
  • Fassung für Trinkwasserversorgung
  • Drainagierung landwirtschaftlich genutzter Flächen
  • Zukippen mit Müll und Bauschutt

 

 

 

 

Fließgewässer

 

Wie würden Sie den Begriff Fließgewässer beschreiben?

Eine wissenschaftliche Definition sagt: Ein Fließgewässer ändert sich längs der Fließrichtung hinsichtlich Wasservolumen, Abflussregime, Strömung, Erosion und Ablagerung von Substrat, Temperatur und anderem mehr.

 

In Kärnten münden alle fließenden Gewässer in die Drau. Während unsere Fließgewässer im Winter Niedrigwasser führen, erreichen sie im Mai-Juni wegen der abgeschmelzenden Wassermengen des Hochgebirges das Maximum der Wasserführung. Die Herbstniederschläge bewirken dann eine zweite erhöhte Wasserführung im November, bis dann allmählich im Februar wieder das Minimum erreicht wird. Nicht nur die Wasserführung, auch die Temperatur variiert im Jahresverlauf. Sie erreicht im Jänner ihre niedersten, im August ihre höchsten Werte.

 

Bei Fließwässern unterscheidet man grob zwei Hauptlebensräume:

+ Rhitral oder Bachregion

+ Potamal oder Mittel- und Unterlauf

 

Zu den für eine Besiedlung bestimmenden Faktoren zählt die Strömung. Je stärker die Strömungsgeschwindigkeit, umso charakteristischer ist die Tierwelt des betreffenden Gewässerabschnittes. Je geringer sie ist, umso mehr Stillwasserformen können sich ansiedeln. Ebenso wichtig ist der Sauerstoffgehalt. Allgemein gilt die Faustregel: sauerstoffreiches Wasser – große Artenvielfalt, sauerstoffarmes Wasser – geringe Artenvielfalt mit hoher Individuenzahl.

 

Unsere großen Fließgewässer sind schon seit über 100 Jahren anthropogen beeinflusst. Schon früher erfolgten Flussregulierungen für die Schiffahrt und als Hochwasserschutz. Auch heute noch spielen gewässerbauliche Veränderungen eine bedeutende Rolle. Sie bewirken eine Vereinheitlichung der natürlichen, kleinräumigen Strukturvielfalt und bedeuten dadurch auch einen Rückgang der Artenvielfalt. Zusätzlich kommt es durch kommunale und industrielle Abwässer zu einer erhöhten Belastung der Gewässer. Giftstoffe, erhöhte Nährstoffzufuhr und Sauerstoffreduzierung im Wasser verschlechtern die Umweltverhältnisse für die gesamte Lebensgemeinschaft. Der Schutz vor weiten Eingriffen bzw. ein naturnaher Gewässerbau und eine lückenlose Erfassung und Reinigung der Abwässer sind unverzichtbar.

 

 

 

 

Stillgewässer

 

Als Stillgewässer bezeichnet man alle stillstehenden Oberflächengewässer vom Tümpel bis zum See.

 

Die Mehrzahl unserer Seen wird von kleinen Bächen gespeist und entwässert, welche sie nur schwach durchfluten. Die schwache Durchflutung, die sommerliche Windstille und die hohen Außentemperaturen bewirken, dass die tieferen kalten und die höheren warmen Wasserschichten nur wenig durchmischt werden. So kommt es zu den angenehmen Badetemperaturen der Kärntner Seen.

 

In der näheren Umgebung von Neuhaus liegen der Klopeiner See und der Kleinsee. Beide sind Reste des ursprünglich viel größeren „Kühnsdorfer Sees“, welcher nach der Eiszeit von Geschiebe der Vellach zum Teil wieder zugeschüttet bzw. getrennt wurde. Während der Klopeiner See intensiv touristisch genutz wird, liegt der Kleinsee in einem Landschaftsschutzgebiet und weist noch naturbelassene Ufer auf. Auch der Turnersee ist der Rest eines großen, nacheiszeitlichen Sees. Obwohl als Badesee genutzt, ist er noch von einem natürlichen Schilf- und Unterwasserpflanzengürtel umgeben. Südöstlich davon liegt der am stärksten verlandete See Unterkärntens, der Gösselsdorfer See. Er ist als Rastplatz der Zugvögel nach der Karawankenüberquerung von Bedeutung. Der Sonnegger See ist künstlich geschaffen und wird als Badesee genutzt.

 

Die Tiere des Lebensraumes Stillgewässer kann man in Ganz- und Teilsiedler unterteilen, je nachdem ob alle oder nur einzelne Lebensphasen im Wasser ablaufen. Daneben gibt es noch die regelmäßigen Gäste welche bevorzugt am Gewässer jagen (Vögel), oder Landtiere, die offenes Wasser als Tränge benützen.

 

Gefährdungsfaktoren für unsere Stillgewässer gibt es viele. Kleinere Tümpel werden durch Zuschüttung oder Drainagierung vernichtet. Störungen durch Sport- und Erholungsaktivitäten an den Röhrichten beeinträchtigen vor allem nistende Wasservögel. Ebenso wirkt sie eine intensive fischereiliche Bewirtschaftung störend auf das natürliche Gleichgewicht aus. Eines der größten Probleme ist die Überdüngung oder Eutrophierung. Industrielle und kommunale Abwässer sowie die Einschwemmung von Düngemitteln belasten unsere Seen mit  Gift- und Nährstoffen.